Seit dem 2. Februar 2025 verlangt Artikel 4 des EU AI Act ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz beim Personal. Die Pflicht greift, sobald deine Kanzlei KI-Tools einsetzt. Gemeint sind KI-Funktionen in DATEV oder deiner Kanzleisoftware, ChatGPT und Microsoft Copilot. Die Größe der Kanzlei spielt dabei keine Rolle. Es handelt sich um eine Best-Effort-Pflicht, angemessen zum jeweiligen Einsatz.
Die Schulung übersetzt die Anforderungen der Verordnung in den Kanzleialltag. In fünf Kapiteln lernst du, wie Sprachmodelle arbeiten und wo ihre Grenzen im Steuerkontext liegen. Ein Kapitel dreht sich um Halluzinationen, also um erfundene Paragraphen, Urteile oder Fristen. Der Anbieter nennt dazu den Deloitte-Fall mit rund 440.000 Dollar Rückzahlung wegen erfundener Quellen.
Ein Schwerpunkt liegt auf den Mandantendaten. Du erfährst, welche Daten nie in ein KI-Tool gehören und warum kostenlose KI-Versionen dafür tabu sind. Der Kurs erklärt, was ein Auftragsverarbeitungsvertrag leistet. Er zeigt auch, wie du DATEV- oder Business-Lösungen datenschutzkonform nutzt. Zum Schluss geht es um den produktiven Einsatz bei Mandantenkommunikation, Zusammenfassungen und Recherche.
Der Ablauf ist eine interaktive Online-Schulung im eigenen Tempo. Der Kurs besteht aus 46 Lernkarten mit Schaubildern und Audio-Vertonung. Dazu kommen 18 Prüfungsfragen, die auf realistischen Kanzleisituationen basieren. Jedes der fünf Kapitel musst du mit mindestens 70 Prozent bestehen. Dein Fortschritt wird automatisch gespeichert, du kannst also jederzeit pausieren.
Die Zielgruppe sind Steuerberater, Kanzleiinhaber und das gesamte Kanzleiteam. Als Steuerberater unterliegst du der beruflichen Verschwiegenheitspflicht nach Paragraf 203 StGB. Genau deshalb setzt der Kurs bei den Regeln für vertrauliche Mandantendaten an. Über die Team-Verwaltung sehen Kanzleiinhaber jederzeit, wer die Schulung schon abgeschlossen hat.
Nach Abschluss erhält jeder Mitarbeiter ein PDF-Zertifikat mit QR-Code zur Online-Verifizierung. Es ist ein Jahr gültig. Der Anbieter stellt selbst klar, dass ein Zertifikat gesetzlich nicht vorgeschrieben ist. Vorgeschrieben ist die KI-Kompetenz, und die EU-Kommission lässt auch eine interne Dokumentation zu. Kapitel 1 kannst du ohne Account ansehen, die Inhalte stehen in sechs Sprachen bereit.





