Die zunehmende Digitalisierung bringt für Unternehmen jeder Größe auch wachsende Risiken mit sich. Ich finde daher gut, dass dieser Zertifikatslehrgang dich gezielt auf die Rolle als Informationssicherheitsbeauftragter vorbereitet. Du lernst, wie du Bedrohungen erkennst, Schutzmaßnahmen umsetzt und gesetzliche Vorgaben einhältst. Ein Grundlagenteil sorgt dafür, dass du auch ohne tiefe IT-Kenntnisse mitkommst.
Informationssicherheitsbeauftragte und IT-Sicherheitsbeauftragte werden oft verwechselt, dabei gibt es einen Unterschied. Als Informationssicherheitsbeauftragter trägst du Verantwortung für die gesamte Informationssicherheit im Unternehmen. IT-Sicherheitsbeauftragte kümmern sich dagegen nur um den technischen Teil der IT-Infrastruktur. Im Englischen fasst der Begriff Chief Information Security Officer beide Rollen zusammen. In diesem Lehrgang bekommst du das Wissen für beide Aufgabenbereiche mit.
Im ersten Modul bekommst du die Grundlagen der Informationssicherheit vermittelt. Du lernst zentrale Begriffe, aktuelle Fallbeispiele und die Aufgaben von Informationssicherheits- und IT-Sicherheitsbeauftragten kennen. Dazu kommen die Zuständigkeiten von Behörden wie BSI, ENISA und den Datenschutzaufsichtsbehörden. Du bekommst einen Überblick über das IT-Sicherheitsrecht und aktuelle Entwicklungen wie NIS-2. Vertragsfragen zu IT-Outsourcing, Penetrationstests und Versicherungen runden das Modul ab, ebenso die Haftung von Leitungsebenen und mögliche Sanktionen.
Im zweiten Modul geht es um Rollen, Zuständigkeiten und Informationssicherheitsmanagement. Du lernst, wie Aufgaben zwischen Geschäftsleitung, Abteilungsleitungen und Bereichsbeauftragten sauber verteilt werden. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau eines Informationssicherheitsmanagementsystems, kurz ISMS. Du übst den Aufbau nach BSI IT-Grundschutz und nach der Norm ISO/IEC 27001. Dazu lernst du Tools und Best Practices für die Einführung eines ISMS kennen.
Modul drei dreht sich um aktuelle Risiken für die Informationssicherheit. Du beschäftigst dich mit Risikomanagement nach dem BSI-Standard 200-3 und mit Business-Continuity-Management nach BSI-Standard 200-4, inklusive Notfallplanung. Im vierten Modul bekommst du Live-Insights in aktuelle Angriffsszenarien wie Ransomware, Angriffe auf KRITIS oder Social Engineering. Du lernst, Risiken nach Kategorien zu ordnen und wendest die BSI-IT-Grundschutz-Methodik an, um organisatorische, technische, menschenbezogene und physische Schutzmaßnahmen abzuleiten.
Der Lehrgang läuft komplett online, live mit Dozentinnen und Dozenten über fünf Tage von 08:30 bis 16:30 Uhr. Für die Teilnahme empfehle ich dir Webcam und Headset, technisch ist das keine große Hürde. Für dein Zertifikat brauchst du mindestens 80 Prozent Anwesenheit. Dazu musst du den Abschlusstest bestehen, der am letzten Kurstag online stattfindet. Angesprochen sind angehende Informationssicherheitsbeauftragte, IT-Projektleitende, IT-Administratoren und alle, die Informationssicherheit im Unternehmen organisieren sollen. Am Ende hältst du das IHK-Zertifikat Informationssicherheitsbeauftragter (IHK) in der Hand, dazu gibt es ein digitales Open Badge.



